(In diesem Beitrag verzichte ich absichtlich auf viele Bilder. Ihr alle habt sie in den letzten Tagen zu Hauf gesehen. Über Google bekommt ihr zig Bilder/Videos angezeigt zu dem Thema)
Hallo ihr lieben,
puuuh....
Was für eine verdammt harte Woche liegt hinter uns und es steht noch eine harte Zeit bevor.
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| Quelle/Bildrechte: http://www.m-weber-foto.de/ |
Keinem entgeht derzeit das "neue Jahrhunderthochwasser"... und ich? Ich bin mitten drin und völlig "Brainfucked" von den ganzen Eindrücken, die hier auf einen niederprasseln und von den Gedanken und Ängsten, denen man ausgesetzt ist.
Die Städte und Dörfer entlang der Elbe/Saale haben in den letzten Tagen sehr viel durchgemacht und haben auch noch anstrengende Tage voller Angst, Arbeit und Hoffnung vor sich :-(.
Wir Magdeburger freuen uns inzwischen über sinkende Pegelstände, nachdem wir mit fast 7,50m kämpfen mussten.
Allerdings ist die Situation noch sehr angespannt, gefährlich und noch längst nicht überstanden.
Zum Glück wohnen wir nicht direkt in Elbnähe, aber es geht trotzdem nicht spurlos an uns vorbei.
Tag und Nacht sind die Lautsprecherdurchsagen und die Martinshörner zu hören, es gibt kaum noch ein anderes Thema.
Am Freitag mussten wir für das Spargelessen am Wochenende noch einiges besorgen und so machten wir uns auf den Weg runter zur Elbe.
Der Pegel schwankte zwischen 7,10m und 7,15m und die Wassermassen rasten nur so an uns vorbei. Auf der gegenüberliegenden Seite konnte man bereits sehen, wie der Stadtpark unter dem Hochwasser leidet.
Man sah die tollen Häuser, die nur wenige cm Platz zum Wasser hatten und auch die Bäume, die bereits inmitten der reissenden Fluten standen und fast komplett verschwunden sind.
Zum Vergleich:
- der normale Pegelstand der Elbe beträgt ca 2 Meter hier in Magdeburg
- der Rekord-Pegelstand beim Jahrhunderthochwasser 2002 betrug 6,72m
- der Pegelstand 2013: fast 7,50m
Es war erschreckend... und ja, es hat einem Angst gemacht!
Besonders weil wir dort schon wussten, dass das noch längst nicht alles war, was dort auf uns zukommt.
Der Scheitelpunkt wurde ja schließlich erst für Sonntag prognostiziert.
Wisst ihr wie blöd man sich vorkommt, wenn man ein tolles Fest plant... Für die Familie lecker auftischen will und nur wenige Kilometer stadteinwärts, Menschen um ihr Hab und Gut bangen müssen?
Absagen ging nicht mehr, es war alles bestellt und zum Teil vorbereitet, alle haben sich freigenommen und die Vorfreude war natürlich da.
So verliefen die Vorbereitungen mit einem lachenenden und einem weinenden Auge - immer mit dem Gedanken, wie froh wir doch sein können, weit genug von der Elbe entfernt zu sein.
2002 habe ich das Hochwasser hier auch erlebt - schon damals war hier die Hölle los.
Aber mit der letzten Woche kann man es nur annähernd vergleichen.
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| Quelle: Wikipedia |
Am Wochenende wurde Rothensee evakuiert und auch die Bewohner in Ostelbien (Werder + alles östlich der Elbe, siehe Karte) sollen vorsorglich ihre Häuser verlassen (ca 23.000 Menschen).
In den Nachrichten habt ihr sicher gehört, wie kritisch die Lage am Umspannwerk ist.
Nur 3cm haben bis zur Notabschaltung gefehlt - man möchte nicht dran denken, was dann passiert wäre (....). Man hätte kein Wasser mehr abpumpen können und somit wären alle Rettungsversuche umsonst gewesen.
Wahrscheinlich haben uns Dammbrüche südlich von Magdeburg den A*sch gerettet :-/.
Aussenstehende können sich nicht vorstellen, was hier derzeit in der Stadt und im Umland los ist.
Tausende freiwillige Helfer, Feuerwehren, THW, Bundeswehr und Co geben alles, damit Magdeburg+Umland den Kampf gegen das Wasser nicht verliert.
Noch nie habe ich solch riesige Hilfsbereitschaft erlebt!
Facebook und Twitter haben einen großen Anteil daran, denn die Bürgerinnen und Bürger hatten bzw haben dort Plattformen gefunden, auf denen sie schnell über Hilfsgesuche informiert werden und sich austauschen können.
Es war keine Seltenheit, dass innerhalb weniger Minuten nach einem Aufruf, hunderte Helfer an den Stützpunkten angekommen sind um zB fleissig Sandsäcke zu füllen oder zu transportieren oder zu stapeln.
*Hier* findet ihr einen tollen Bericht über das Thema. Ab 1:30min wird über eine Seite aus Magdeburg erzählt.
Solltet ihr die Möglichkeit haben spenden zu können, so macht das bitte.
Kleine Beträge tun den meisten nicht weh - aber sie helfen anderen ungemein, die im Moment vieles oder sogar alles verlieren...
Und zum Schluss möchte ich noch kurz die Osnabrücker Zeitung zitieren:
"...Jeder packt an. Vor allem junge Frauen und Männer sind beim Füllen der Sandsäcke zu sehen.
Von wegen, dass die meisten Jugendlichen nur noch Party, Dschungel-Camp
und Computerspiele im Kopf haben. Sie twittern jetzt, um sich zum
Helfen zu verabreden. Sie stärken Dämme, schleppen Sperrmüll fort,
schaufeln Schlamm weg. Ohne zu jammern und an Geld zu denken. Vor der
Flut hieß sie die Generation Facebook. Jetzt erlebt Deutschland die
Generation Sandsack. Das macht Mut."
DANKE an "Generation Sandsack" und alle anderen Helfer hier in Magdeburg!!!
Kopf hoch an alle Flutopfer und an alle, bei denen der Pegel jetzt steigt.
Ihr seid nicht alleine ♥.
....wir kämpfen mit erhobenen Fäusten, für unsere Festungsstadt! ;o)